Was die schönste Zeit ausmacht – Ṭāʿah und Sehnsucht nach Allah
Ein Ibn al-Qayyim zugeschriebener Ausspruch lautet:
أطيب الأوقات وألذها ما كان في طاعة الله، ومع الشوق إليه.
Der Wortlaut wird al-Fawāʾid zugeschrieben. Die genaue Fundstelle konnte ich nicht verifizieren.
Wörtliche Übersetzung
„Die angenehmsten und süßesten Zeiten sind jene, die man im Gehorsam gegenüber Allah und in der Sehnsucht nach Ihm verbringt.“
Verständliche Version
Die schönste Zeit im Leben ist die Zeit, in der du dich Allah zuwendest, nach Seiner Weisung lebst und dein Herz sich nach Ihm sehnt.
Kommentar von Scheich Abu Mikail, ḥafiẓahullāh
Der Geschmack des Lebens hängt davon ab, wie unser Herz zu Allah steht. Besitz, Vergnügen und Ablenkung können uns für eine Weile beschäftigen. Doch was bleibt davon, wenn der Moment vorbei ist?
Wer mich kennt, weiß, dass ich Ṭāʿah ungern nur mit „Gehorsam“ übersetze. Das Wort klingt im Deutschen schnell nach Zwang. Hier geht es darum, Allahs Weisung aus Überzeugung zu folgen und sich Ihm damit zuzuwenden.
Sehnsucht ist ein Zeichen dafür, dass das Herz lebt.
Wenn das Herz sich nach Allah sehnt und der Mensch danach handelt, kann er eine innere Süße erfahren, die länger anhält als der Augenblick selbst. Eine stille Zeit im Gebet kann schnell vergehen und doch eine Ruhe hinterlassen, die dich in den nächsten Tag begleitet. Sie verlangt Disziplin und Aufrichtigkeit und gibt dieser Anstrengung einen Sinn.
So verändert sich auch die Frage, die du dir stellst. Neben „Was macht mir Spaß?“ tritt eine andere Frage: Was nährt mein Herz?
Wallāhu aʿlam.
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