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Wenn es anders gekommen wäre – Ibn Masud über Allahs Bestimmung

Wenn es anders gekommen wäre – Ibn Masud über Allahs Bestimmung

Von ʿAbd Allah ibn Masud (رضي الله عنه) wird überliefert:

لأن أعض على جمرة حتى تبرد أحب إلي من أن أقول لشيء قد قضاه الله: ليته لم يكن.

Hannād ibn as-Sarī, az-Zuhd, Nr. 197 · Arabischer Wortlaut und Parallelüberlieferungen

Wörtliche Übersetzung

„Auf eine glühende Kohle zu beißen, bis sie abkühlt, ist mir lieber, als über etwas, das Allah bestimmt hat, zu sagen: Hätte es das doch nie gegeben.“

Erklärende Version

Lieber ertrage ich starken Schmerz, als mich im Herzen gegen das aufzulehnen, was Allah bestimmt hat.

Kommentar von Scheich Abu Mikail, ḥafiẓahullāh

Das Bild der glühenden Kohle macht deutlich, wie ernst Ibn Masud die Haltung des Herzens nimmt. Eine Prüfung kann schmerzen, auch wenn du Allah vertraust. Geduld zeigt sich darin, wohin du dich mit diesem Schmerz wendest und wie du mit dem umgehst, was sich nicht mehr ändern lässt.

Es ist sinnvoll, aus Fehlern zu lernen und zu fragen, was du künftig besser machen kannst. Anders ist es, wenn das ständige „Wenn doch …“ dich in einem Geschehen festhält, das du nicht rückgängig machen kannst. Der Prophet ﷺ lehrte, sich um das zu bemühen, was einem nützt, Allah um Hilfe zu bitten und sich nach einem Unglück nicht in solchen Gedanken zu verlieren.

Sahih Muslim, Nr. 2664 · Sich um das Nützliche bemühen und Allah um Hilfe bitten

Auch wenn du Allahs Weisheit in einer Prüfung noch nicht erkennst, kannst du Ihm deinen Kummer anvertrauen. Mit der Zeit kann daraus die Ruhe wachsen, das Geschehene anzunehmen und dich wieder dem zuzuwenden, was heute in deiner Verantwortung liegt.

Wallāhu aʿlam.